Geschichte der Lebensmittelfarbe

Wie ist Lebensmittefarbe entstanden?

Lebensmittelfarbe ist keine Erfindung unseres modernen Zeitalters. Bereits in der Antike griffen die Menschen auf natürliche Zutaten wie Pflanzen, Kräuter, Gemüse, Fruchtschalen oder sogar Mineralien zurück, um ihrer Nahrung eine intensivere Farbe zu verleihen. Da die Anschaffungskosten sowie die Verarbeitung der Materialien für die natürliche Lebensmittelfarbe auf Dauer zu teuer wurde, stieg man auf die Massenproduktion von synthetischen Lebensmittelfarben um, welche nicht nur länger haltbar waren, sondern auch intensivere Farben hervorbrachten.

William Henry Perkin entdeckte 1856 durch Zufall die erste synthetische Farbe, Mauveine, mit der Lebens- und Arzneimittel sowie Kosmetika eingefärbt werden konnten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren viele synthetische Farbstoffe im industriellen Gebrauch. In der Lebensmittelindustrie wurden die neu entdeckten Farbstoffe jedoch vermehrt dazu genutzt, die schlechte Qualität der Produkte zu verschleiern oder Imitate als das Original zu verkaufen. Darüber hinaus waren viele der Farbstoffe gesundheitsschädlich. So wurden Käsesorten mit Bleioxid, Süßigkeiten mit mineralischen Salzen und Essiggurken mit Kupfersulfat eingefärbt. Nach zahlreichen Erkrankungs- und Todesfällen trat 1906 die Pure Food and Drugs Act (a.k.a the Wiley Act) in Kraft, die schwermetallhaltige Lebensmittelfarben verbot. Jedoch erwies sich dieses Gesetz schnell als nicht weitreichend genug und wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder verschärft, meist erst nachdem mehrere Krankheitsfälle bekannt geworden sind. 1970 waren nur noch 7 der zuvor 80 Lebensmittelfarben zugelassen.

Mittlerweile sind in Deutschland 40 synthetische Lebensmittelfarben zugelassen. Die Bestimmungen zur Nutzung der Lebensmittelfarben variieren zwischen den einzelnen Ländern, sodass amerikanische Firmen wie zum Beispiel Kellog, Kraft oder McDonald’s ihre Produkte an die Richtlinien der EU anpassen müssen, bevor sie in diesen Märkten verkaufen.